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Sachverhalt Fall 2:

Zwillinge im Alter von 10 Jahren verlangen Unterhalt von ihrem Vater. Die Ehe der Eltern ist geschieden, eine Unterhaltsverpflichtung gegenüber der Mutter oder anderen Personen besteht nicht. Der Vater verdient monatlich netto 1.550,00 EUR. Wieviel Unterhalt muss der Vater zahlen?

Der Vater befindet sich in der Einkommensgruppe 2 der Düsseldorfer Tabelle (1.500 EUR bis 1.900 EUR) - wenn auch nur knapp.

Für die zwei Kinder legt die Düsseldorfer Tabelle je Kind einen Unterhalt in Höhe von 383 EUR abzüglich halbem Kindergeld. Also 383 EUR - 92 EUR = 291 EUR je Kind, zusammen sind das 582 EUR.

582 EUR ist aber noch nicht das Endergebnis. Es muss noch die Kontrolle durch den Bedarfskontrollbetrag durchgeführt werden. Der Bedarfskontrollbetrag soll gemäß Anmerkung 6 zur Düsseldorfer Tabelle für eine ausgewogene Verteilung des Einkommens zwischen dem Vater und den Kindern (ggf. auch der Mutter) sorgen.

Das bedeutet, dass im Einzellfall der Kindesunterhalt so gesenkt werden muss, bis der Bedarfskontrollbetrag nicht mehr unterschritten wird.

Dieser beträgt für die Einkommensgruppe des Vaters 1.050 EUR. Zieht man den Unterhalt in Höhe von 582 EUR von dem Nettoeinkommen ab, bleiben dem Vater nur noch 1.550 EUR - 582 EUR = 973 EUR. Der Bedarfskontrollbetrag ist also unterschritten.

Um diese Schieflage zu korrigieren prüft man, ob der Bedarfskontrollbetrag denn gewahrt bleibt, wenn man den Unterhalt der nächstniedrigeren Einkommensgruppe nimmt. Hier wären das 2 x 272,00 EUR = 544,00 EUR. Zieht man diese 544 EUR vom Nettoeinkommen ab, bleiben dem Vater noch 1.006 EUR. Dieser Rest liegt über dem Bedarfskontrollbetrag der Einkommensgruppe 1 (= 950 EUR), der Bedarfskontrollbetrag ist jetzt nicht mehr unterschritten und wir haben den korrekten Unterhaltsbetrag gefunden.

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